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Agathe Schuler - Gemeinderätin

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© ProLitteris / de Marchi Peter / Basler Zeitung; 2002-06-17; Seite 27

Rubrik Baselland

Neu im Landrat

Agathe Schuler, CVP, Binningen

Binningen. Zur Politik fand sie bereits während ihrer Schulzeit in Bern. Es war dies um das Jahr 1968. «Wie die Wilden» hätten sie damals in der Klasse für die Einführung des Frauenstimmrechts gekämpft, unter anderem gegen ihren Deutschlehrer, der partout nichts vom Frauenstimmrecht wissen wollte, und natürlich im Jugendparlament, wo Agathe Schuler bereits als Gymnasiastin sass, als Mitglied der jungen CVP. 1971 machte sie das Sekundarlehrerpatent des Kantons Bern, im selben Jahr zog sie nach Therwil und trat eine Lehrerinnenstelle an der Sekundarschule an. Bis heute ist sie dem Baselbiet, der Sekundarschule Therwil (Schwerpunkt Mathematik und Geografie) und der CVP treu geblieben.

Agathe Schuler wirkt nach aussen hin ruhig, fast unauffällig. Doch der Schein trügt. Sie ist eine engagierte Kämpferin, eine Frau, die weiss, wofür sie einsteht. Sie bekennt, eher im linken Spektrum ihrer Partei angesiedelt zu sein, genauso wie ihre Vorgängerin im Landrat, die Binningerin Esther Gallacchi. Aber ganz so «stürmisch» wie noch vor zehn, zwölf Jahren sei sie heute doch nicht mehr, gesteht Agathe Schuler ein. Nun, sie muss auch politisch überleben in einer landrätlichen CVP-Fraktion, in der das christlich-soziale Element fast ausgestorben ist. Sie gehe Kompromisse ein, weil sie ihre Ideen in der Fraktion einbringen will; und das wäre schwierig, wenn sie sich ständig ins Abseits stellen würde.

Agathe Schuler wäre nicht CVP-Politikerin, würde sie nicht, auf die Frage nach ihren politischen Prioritäten, als allererstes die Familienpolitik ins Felde führen. Sie verlangt Steuererleichterungen für die Familie und einen konsequenten Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Blockzeiten, wie sie jetzt im neuen Bildungsgesetz verankert werden sollen, sind dabei ein wichtiges Element. «Im Ausland geht es überall», sagt Agathe Schuler, «nur in der Schweiz tut man sich schwer mit der familienergänzenden Kinderbetreuung.» Aber es müsse doch möglich sein, dass Eltern, Arbeit und Kinder unter einen Hut kommen.

Agathe Schuler weiss auch, was sie nicht ist: eine Wirtschaftsfrau. «Ich vertrete im Landrat nicht die Wirtschaft», sagt sie dezidiert. Familie, Frauen (Gründungsmitglied der CVP-Frauen Baselland), Schule, Umwelt, Fürsorge (Mitglied der Fürsorgebehörde Binningen) sind ihre hauptsächlichen Gebiete. Im Landrat ist sie Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, Subkommission II, und muss sich jetzt in ein ganz neues und sehr heikles Gebiet einarbeiten: die Spitalpolitik. Und auf diesem Feld zeigt es sich, dass Agathe Schuler keine Berührungsängste mit der Stadt hat. Sie hat nichts gegen einen Standort Basel für das Kinderspital. Basel, sagt sie, hat eine wichtige Zentrumsfunktion, und das Baselbiet muss die Stadt daher tatkräftig unterstützen.

Wichtig ist Agathe Schuler aber nicht nur ihre institutionalisierte politische Arbeit, sondern auch ihr Engagement etwa beim Verein «Friedensbrugg» oder in der Organisation AIEP (Association Internationale des Educateurs à la Paix). Sie hat bei Projekten mitgearbeitet in Tansania, Ruanda, Polen, in Kroatien und in Serbien. Gerade in den Schulen sei es wichtig, Wege der Gewaltlosigkeit und des Friedens zu propagieren.

Peter de Marchi

 


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